KRAFTWERK IN DER » VILLA ARCONATI
Kraftwerk auf Tour: 20 Konzerte in Europa und USA und davon keines in Deutschland. Das war ein willkommener Anlaß, das Konzert am 5.7.2005 in Mailand zu besuchen. Zugegeben es war meine Schwester die uns beide - zu meiner Freude - auf den Besuch des Konzertes "drängte". Sie läßt seit Jahren keine Tour der Techno-Paten aus und ich bin natürlich immer dabei.

FERIENWOHNUNG
Wir trafen uns zwei Tage vorher im Breisgau. Unser Domizil war » die sehr angenehme Ferienwohnung Christina. Ein Tag war zum Einkaufen in Freiburg und hier insbesondere im » Polltaex reserviert. Clubwear vom Feinsten gleich Tags darauf im Einsatz auf dem Kraftwerk Konzert.

ANREISE
Mailand mit dem Navi von BMW? Ein Desaster. Denn das Navi konnte die Zieladresse nicht finden, da Mailand auf der DVD schadhaft ist. Neue im Tausch von BMW? Fehlanzeige. Neue kaufen? Viel zu teuer. Alternative? Kratzer rauspolieren. Auf der Fahrt nach Mailand hatte ich genügend Zeit und immerhin, irgendwann war Mailand wieder lesbar. Die Villa Arconati aber gab es nicht. Wir waren bereits am Vormittag in Mailand und wollten uns durchfragen. Das war gar nicht so einfach. Die Villa Arconati kennt hier keiner. Der freundliche Taxifahrer zeigte uns den Weg auf seinem Stadtplan. An "seinem" Ziel angekommen merkten wir, der wollte uns nur lowerden und hat uns irgendwo hin geschickt. Bald war guter Rat teuer. Doch dann bekamen wir den entscheidenden Tipp: Nicht in Mailand sondern in dem Vorort Bollate steht die Villa. Na dann aber schnell. Bollate war mit dem Navi gleich erreicht. Doch in Bollate mussten wir wieder fragen und ziemlich rumkurven. Endlich am späten Nachmittag angekommen war gerade ein vielversprechender Soundcheck. Alles hinter großen Festungsmauern. Nix zu sehen. Also zurück nach Bollate zum Eis essen. Und was passiert uns an der Eisdiele? Kaum ein Tourist verirrt sich am Wochentag außerhalb einer Ferienzeit nach Bollate. Wir werden als Kraftwerk Besucher erkannt.

SCHWARZHANDEL
Trotz der frühen abendlichen Anfahrt war schon Stau vor der Villa. Wir hatten drei Karten und waren zu zweit. Also eine Karte vorher verkaufen. Da wir bald rein wollten konnten wir nicht lange draußen warten und haben so keine Schnitte mit der Karte gemacht. Zumal es an der Abendkasse noch Karten gab. Doch nicht lange und je näher das Konzert rückte, um so massiver stiegen die Preise im "Schwarzhandel". Das Konzert war total ausverkauft und viele mußten draussen bleiben.

KONZERT
Es war ein (Bier)Zelt im Park, jedoch wie im Kino nach hinten leicht ansteigend bestuhlt. Natürlich war das Rauchen verboten. Sagenhaft das Verhalten der Italiener: obwohl das Zelt nur aus dem Dach bestand und nach allen Seiten komplett offen war, gingen die Italiener auch während dem Konzert zum Rauchen raus auf die umliegenden Wiesen. Für deutsches Publikum ist so was absolut undenkbar! Ja das gesamte Verhalten war so was von sozial. Unglaublich. Kein Gedränge! Nicht in der vordersten Reihe! Stattdessen für jeden genügend Raum zum Bewegen und Tanzen. Wir waren erst weit hinten was für den Gesamteindruck durchaus ebenso klasse ist wie weit vorne. Ich ging nach der Pause nach vorne und war perplex dass ich locker bis ganz nach vorne kam. Ich holte Sandra mit nach vorne und wir konnten bequem verschiedene Blick- und Hörwinkel ausprobieren. Vom Ablauf war das Konzert wie gehabt perfekt.

Am Anfang sind die Italiener gar nicht ins Zelt. Obwohl die Vorabmusik immer lauter wurde. Kraftwerks Konzerte werden immer mit einem langsam lauter werdenden elektronischen Sound eingeleitet der wenige Minuten vor dem eigentlichen Konzert einsetzt. Es war noch Dämmerung und die Sitzreihen zum größten Teil leer. Erst als dann der Vorhang aufging und die Mensch Maschine voll startete strömten sie ein. Hinter dem ersten Vorhang ist ja immer ein zweiter. Man sieht die Musiker noch nicht direkt, sondern ihre übergroßen Schatten werden von hinten an die Leinwand projiziert. Wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Ambiente der Villa Arconati, der braven Italiener und den bestens gelaunten Musikern das beste Kraftwerk Konzert das wir je erlebt haben.
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